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Schulklassen entdecken Moore im Landkreis Konstanz

Superkräfte im Sumpf: Bei den ZukunftsEntdeckerTagen reisen mehr als 120 Kinder in die Vergangenheit – Kinder lernen Moore und ihre Funktionen kennen

Eine Mitarbeiterin der Bodensee-Stiftung steht umringt von Schülerinnen und Schülern am Rande eines Sees im Büntlisrieds
ZukunftsEntdeckerTage mit der Bodensee-Stiftung im Büntlisried © Bodensee-Stiftung, Anja Wischer
3.November 2026
Anja Wischer, Bodensee-Stiftung

Eine Zukunft ohne Moore? Die sähe nicht gut aus. Warum die Moore für das Leben auf der Erde so bedeutend sind und wer an, mit und in den Mooren im Landkreis Konstanz lebt, erkundeten über 120 Kinder jüngst bei den ZukunftsEntdeckerTagen fünf Schulklassen aus Konstanz, Radolfzell und Stockach waren der Einladung der Bodensee-Stiftung ins Moor gefolgt. Sie besuchten das Ulmisried in Konstanz, das Schanderied bei Espasingen und das Büntlisried am Mindelsee zwischen Allensbach und Markelfingen.

„Ich wusste nicht, dass Moore schon sooo alt sind“, sagte ein Schüler der Thielcke-Realschule in Radolfzell im Büntlisried. In den zwei Stunden davor hatte er viel über die Entwicklung und Nutzung der Moore von der Steinzeit über das Mittelalter bis in die Gegenwart erfahren. Antje Reich und Luisa Gedon, Mitarbeiterinnen der Bodensee-Stiftung leiteten die Kinder im Rahmen des Projekts „Moor Kids“ bei verschiedenen Entdeckungen an. So lauschten sie den Vogelstimmen im Moor, rochen an Wasserminze, suchten nach dem Wasserpegel und erprobten mit Hilfe eines Schwamms, wie viel Wasser lebender Torf speichern kann: bis zum 30-fachen seines Eigengewichts. Deshalb wirken Moore in der Landschaft wie ein Puffer, bei Starkregen genauso wie bei Dürre.

„Wegen des dunklen, nassen Torfs und des Nebels waren Moore für die Menschen immer etwas gruselig, aber auch sehr wertvoll“, erläuterte Antje Reich: Als „schwarzes Gold“ heizte Torf viele Häuser, lange bevor Öl und Gas verbreitet waren. Später wurde er vor allem für Blumen- und Pflanzenerde abgebaut. „Wir haben auch erfahren, weshalb das Moor so wichtig für unsere Zukunft ist“, erzählten Schüler der Konstanzer Gemeinschaftsschule Gebhard nach ihrem Besuch des Ulmisrieds. Denn: In nassen Mooren werden abgestorbene Pflanzen unter Luftabschluss kaum zersetzt. Der Kohlenstoff, den sie enthalten, bleibt deshalb über Jahrtausende im Torf gebunden. Moore bedecken nur rund drei Prozent der Landfläche der Erde, speichern aber etwa doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Welt zusammen. Wird ein Moor entwässert, gelangt Sauerstoff an den Torf. Er zersetzt sich, und der gespeicherte Kohlenstoff entweicht als klimaschädliches Kohlendioxid (CO2).

Um Moore landwirtschaftlich zu nutzen, wurde in Deutschland der größte Teil von ihnen trockengelegt. Heute sollen viele Flächen wieder vernässt werden, damit sie kein CO₂ mehr freisetzen. Dass man Landmaschinen für die Bearbeitung nasser Böden umrüsten kann, wussten einige Kinder schon: „Zum Beispiel mit umgebauten Pistenraupen“, erzählte ein Schüler aus Steißlingen. Auch könnten die nassen Flächen durch Beweidung durch Wasserbüffel oder geeignete Schafrassen bewirtschaftet werden. „Moore haben also einiges für unsere Zukunft zu bieten: Sie haben Superkräfte im Klimaschutz, sind Verbündete in der Klimawandelanpassung und vielseitiger Lebensraum“, fasste Luisa Gedon abschließend zusammen.

Iris Dickgießer, Lehrerin an der Realschule Radolfzell, hat die Kinder sehr motiviert erlebt und auch selbst noch Kenntnisse dazugewonnen. „Ich bin immer fasziniert, wie interessiert Kinder auf die Natur, natürlich insbesondere auf Tiere, reagieren“, sagt sie mit Blick auf den Ausflug ins Moor.

Weitere Informationen:

Moor Kids ist ein Umweltbildungsprojekt der Bodensee-Stiftung im Landkreis Konstanz. Es wird gefördert im Programm “Nachhaltigkeit lernen” der Baden-Württemberg Stiftung. Die Bodensee-Stiftung lädt Kindergruppen im Alter von 8 bis 14 Jahren zu mehrteiligen Erkundungstreffen in benachbarte Moore ein. Die Teilnahme ist kostenlos. Interessierte können sich an Antje Reich wenden (antje.reich@bodensee-stiftung.org).

Mehr Informationen zum Projekt Moor-Kids: www.bodensee-stiftung.org

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